Uphof Jöllenbeck
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Für Ihre Feier im kleinen Rahmen oder größeren Veranstaltungen
mit bis zu 300 Personen bieten wir Ihnen unseren alten stilvoll
hergerichteten Sattelmeierhof von 1799 in Bielefeld-Jöllenbeck
Geschichte des Hofes Upmeier zu Belzen

Uphof Torbogen 

* Der Uphof gehört zu den ältesten Siedlungsstätten im Ravensberger Land. Er hat eine Einzelhoflage mit arrondierten landwirtschaftlichen Nutzflächen hoher Bodengüte. Die Geschichte reicht bis in die Zeit Karls des Großen und des aufständischen Sachsenherzogs Wittekind (etwa 8. Jahrhundert) zurück. In der Gegend um Enger gab es die so genannten "Sattelmeierhöfe", zu denen auch der Uphof zählt. Auf diesen großen alten Höfen saßen der Sage nach Gefolgsleute Wittekinds. Die Besitzer dieser Höfe wurden "Sattelmeier" genannt, weil sie verpflichtet waren, dem Landesherrn ein gesatteltes Pferd samt Reiter zur Verfügung zu stellen. Die Sattelmeierhöfe waren auch Aufseherhöfe, die bestimmte Aufgaben und auch eine gewisse militärische Bedeutung hatten. Über den Uphof führt der alte Wanderweg "Hasenpatt". Das Wittekind ihn benutzt haben soll, um von Enger aus seine Schwester im Stift Schildesche zu besuchen, ist wohl eine Legende. Ebenso sagenumwoben ist die Benennung des Weges nach Wittekinds Diener "Hase".

* Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1345. Dann verkauft Graf Bernhard von Ravensberg für 50 Mark Herforder Pfennige die Vogtei (Schutzherrschaft) über den "Uphoff tho Belsnen" an das Stift Schildesche. Heute weiß man, dass die geringe Höhe dieses Betrages darauf schließen lässt, dass es sich um den Verkauf des "Zehnten" (den zehnten Teil der Erträge) handelte. Wahrscheinlich wollte der Graf verschleiern, dass er dem Stift einen Zehnt verkaufte, den er ihm als Vogt zu Unrecht entwendet hatte. Bald darauf starben die Grafen von Ravensberg in männlicher Linie aus, so dass die Grafschaft durch Heirat an "Berg und Jülich" fiel und von Düsseldorf aus regiert wurde. 1511 kam durch Heirat "Kleve und Mark" hinzu. In der Folge war Jöllenbeck als Verhandlungsort der Landtage nicht nur geographischer Mittelpunkt der Grafschaft, sondern auch der Politische.

Alter Uphof

* 1609 fiel Ravensberg durch Erbschaft an Brandenburg, später Preußen. Die 300- jährige Zugehörigkeit zu Preußen wurde 1909 in Jöllenbeck groß gefeiert, Höhepunkte waren die Einweihung des Grafschaftsdenkmals (Adlerdenkmal) und ein großer Festumzug, der auf dem Uphof seinen Anfang nahm und mit einem Volksfest auch dort endete. Eine bisher in Jöllenbeck nicht gesehene Neuerung war die Ausleuchtung des Festplatzes mit elektrischem Licht für angeblich mehr als 20 000 Teilnehmer. Im Jahre 1897 stattete Kaiser Wilhelm mit seiner Gemahlin den von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel einen Besuch ab. Auf dem Weg vom Bahnhof dorthin eskortierten mehrere Ravensberger Reiter unter der Führung von Gustav Upmeier zu Belzen das kaiserliche Paar und Gefolge zu Pferde. Diese so genannten "Kaiserreiter" gründeten 1909 den Ravensberger Zucht,- Reit- und Fahrverein Jöllenbeck unter dem Vorsitz von Gustav Upmeier zu Belzen anlässlich der Zusammenarbeit bei der Grafschaftsfeier.

* 1556 wurde im Ravensberger Urbar zum ersten mal ein Upmeier mit Vornamen genannt, nämlich Heinrich Upmeier tho Beltzen. Danach sind 12 Generationen in lückenloser Folge im Stammbaum verzeichnet. Dreimal wurde der Hof über Töchter vererbt. Würde man die Generationen bis zur ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1345 zurückrechnen, käme man auf 23 Generationen.

* Die heutige Hofanlage steht unter Denkmalschutz. Die Bauhistoriker bezeichneten (Zitat) "... die imposant in der Landschaft stehende Hofanlage als bedeutendes Zeugnis der Arbeits- und Produktionsverhältnisse in seiner Entwicklung vom Ende des 18. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Das Haupthaus mit seinen beeindruckenden Maßen von 49 m Länge und 18 m Breite wurde in 2 Etappen errichtet, wie es bei ähnlich großen Bauten damals üblich war, 1791 der Wohnteil und 1799 der Wirtschaftsteil. Besonders auffällig sind die Schnitzereien an den Giebelseiten, am Torbogen und den ca. 140 Knaggen rund um das Gebäude. Sie strahlen nicht nur die Wohlhabenheit und Schmuckfreude der Bauern aus, sondern auch das große Können der Landhandwerker zu diesem Zeitpunkt". 1909 wurde ein Wohnteil im Jugendstil angebaut, so dass städtische Wohnformen den ländlichen Bedürfnissen angepasst werden konnten. Es heißt, dass die Mutter des Bauherren aus ihrer Kammer nicht ausziehen wollte und daher der Anbau anstelle eines geplanten Herrenhauses entstanden ist.

* Die Hofchronik und das Jöllenbecker Heimatbuch beschreiben, dass die Upmeiers sich in der Öffentlichkeit engagierten und Ämter in der Kirche, bei Vereinen und in der Politik bekleideten. Johann Heinrich Upmeier z.B. war 1835 Presbyter und er schaffte es mit anderen, im Jahre 1838 Pastor Johann Heinrich Volkening, den großen Erweckungsprediger, von Gütersloh nach Jöllenbeck zu holen. Für den geplanten Neubau der Kirche spendete er 500 Thaler.

* Im Jahre 1856 stiftete Luise Upmeier 1900 Thaler zum Bau eines Armen- und Waisenhauses in Jöllenbeck. Damit erfüllte und erweiterte sie eine testamentarische Verfügung ihres verstorbenen Bruders.

* Nachdem von 1719 bis 1800 der Schulunterricht wechselnd auf den Bauernhöfen stattfand, wurde von Johann Friederich Upmeier zu Belzen ein neu errichtetes Schulgebäude für 80 Schüler nebst Lehrerwohnung von 1800 bis 1827 unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

* Auf dem Uphof liefen, insbesondere im Winter, zeitweise 13 Spinnräder. Der hiesige Raum war damals eine Hochburg der Leinenweberei. So fand 1914 die Feier des 10 jährigen Bestehens des christlichen Textilarbeiterverbandes auf dem Uphof statt. Aus dem Heimatbuch: "Nicht Klassenkampf, sondern die Solidarität der Stände bürgt für eine ruhige und gesunde Weiterentwicklung. Gustav Upmeier zu Belzen engagierte sich in Vereinen, die den Wohlstand des vierten Standes heben sollten. In Jöllenbeck war diese Solidarität der Stände gelebte Realität."

* Insbesondere nach Todesfällen wurde der Hof und das Inventar geschätzt, um festzustellen, ob die Kinder versorgt sind. Eine Bestandsaufnahme von Luise Upmeier aus dem Jahre 1863 sieht wie folgt aus: Die Größe des Hofes wird mit ca. 570 Scheffelsaat (ca. 95 ha) angegeben. "An Gebäuden gibt es neben dem Haupthaus und den Wirtschaftsgebäuden 7 Kotten für je 2 Familien und einen "Backs" für 1 Familie. Jede Familie hat 6 Scheffelsaat Land (ca. 1 ha) für 3 Thaler und 5 Silbergroschen zur Eigenbewirtschaftung. Die Miete des halben Kottens beträgt 3,5 Thaler, der Tagelohn 6 Silbergroschen.” Diese Familien arbeiteten auf dem Hof.

* Der Viehbestand betrug: 8 Zugpferde, 1 Fohlen, 12 Milchkühe, 5 Rinder, 5 Kälber,
3 Ochsen, 3 Mutterschweine, 20 Ferkel, 40 Hühner, 20 Küken und 8 Schafe. Die Jahre nach 1900 waren gute Jahre für die Landwirtschaft. In dieser Zeit entstanden auch ein Großteil der Wirtschaftsgebäude auf dem Uphof.

*  Geschichte des Uphofes zum Download
 
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www.uphof.de
Ute Upmeier zu Belzen, Twachtweg 133 A, 33739 Bielefeld, Tel. (05206) 6162, E-Mail: info@uphof.de